Ilkka Remes über die Hintergründe seines Romans "Das Erbe des Bösen"

MENSCHENVERSUCHE IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

Der Abschlussbericht zu der Plutoniumversuchsreihe, die von der Atomenergiekommission der Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben worden war und an der Ingrid in meinem Roman DAS ERBE DES BÖSEN teilnimmt, wurde am 20.9.1950 in Rochester im Bundesstaat New York fertiggestellt.

Die Einstufung des Berichts als "geheim" wurde 1979 in "nur zum Dienstgebrauch" geändert. Der Titel der Studie lautete: "Die Ausbreitung und Ausscheidung von dem Menschen intravenös verabreichtem Plutonium".

Bei der Auswahl der Probanden war man darauf bedacht, nur Personen zu nehmen, deren Lebenserwartung nicht mehr als zehn Jahre betrug, um Langzeitwirkungen der Strahlung zu vermeiden. Vor allem aber schien es wichtig, die Resultate des Versuchs möglichst bald durch Obduktionen zu verifizieren.

Die Versuchsperson Hp-8, der man am 3.3.1946 die Spritze verabreichte, war Janet Stadt, eine 41-jährige weiße Frau, die an Sklerodermie erkrankt war und zusätzlich unter einem Zwölffingerdarmgeschwür litt. Der Versuchsperson wurden 5 mg reines Plutonium in die Vene in der Armbeuge gespritzt.

Der Versuch ergab bemerkenswerte Resultate, so wurde u. a. festgestellt, dass die Anreicherung von Plutonium in der Leber wesentlich größer ausfiel, als auf der Grundlage von Tierversuchen angenommen worden war.

Janet Stadt, "Hp-8", starb im März 1975.

Zahlreiche weitere vergleichbare Versuchsreihen folgten. Die größte Gruppe von Probanden, die radioaktiven Stoffen ausgesetzt wurde, bestand aus Tausenden von Soldaten, die man bewusst in die Fall-out-Zone von Atomversuchen gebracht hatte.

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